Da die Weltwärtsphilosophie der meinen entspricht, und zwar die Bevölkerung zu motivieren, sich selbst zu helfen, will ich die Projekte dementsprechend angehen. Ich möchte, dass die Kenianer ihre eigene Wertigkeit erkennen und eigenständig für ihren Vorteil arbeiten. Stumpfe Entwicklungshilfe gab es schon genug in unserer Geschichte, wie etwa die Afrikaner mit alten, nutzlosen Gebrauchsgegenständen zu überfluten. Doch dazu gibt es einen gesonderten Blogeintrag über meine Ansicht: Das ist weltwärts für mich.
Um diese Philosophie zu realisieren, versuche ich die Projekte soweit wie möglich mit den Kenianern zusammen zu verwirklichen. Dies ist je nach dem einfacher oder schwieriger.
Regenrinnen
- beendet - Unser erstes Projekt war das fixieren von Regenrinnen am Hauptdach der Schule. Dies geschah aus dem Grund, dass die Schüler für gewöhnlich mehrmals die Woche Wasser in 5l-Kanistern, teilweise kilometerweit zur Schule tragen mussten und im Falle dessen, dass sie es vergessen hatten, bekamen sie Schläge.Um dies zu unterbinden haben wir erfolgreich ein Wassersystem implementiert, was nun einen 8000l- und einen 3000l-Tank mit Wasser versorgt.
Hier geht's zum entsprechenden Blogeintrag.
Schulbücher
- in Planung - Auf durchschnittlich alle fünf Kinder in meiner Schule kommt ein Schulbuch. Die Bücher werden von der Bibliothek verliehen, nur hat diese nicht genügend. Damit die Kids auch zuhause lernen können und nicht zu viert gequetscht auf den Bänken sitzen müssen, möchte ich das Pensum an Büchern in der Bibliothek erhöhen. Der Durchschnittspreis für ein Schulbuch beträgt umgerechnet 4 €. Dieses Projekt ist gegebenenfalls mit einigen Lehrern zu realisieren. Die Integrität ist hier zwar nicht sehr hoch, meiner Meinung nach ist dies jedoch eine notwendige Investition für die Bildung.Sportanlage/-geräte
- gestartet - Die Schule hat hinter ihrem Hauptgebäude einen riesigen Hang mit viel Potenzial, von dem wir ein Stück begradigen möchten. Zunächst hatten wir geplant, das Begradigen mit den Schülern zu machen, dann zeigte sich aber, dass ein horizontales Begradigen Monate dauern würde, wenn es nur hin- und wieder von einer Schülerschar gemacht würde. Deswegen sind wir wohl genötigt, die Arbeit von Arbeitern machen zu lassen (Arbeitskosten sind hier nicht sehr hoch). Die Befestigung lässt sich jedoch mit Sicherheit zusammen mit den Kids machen, außerdem wollen wir 1-2 Tore bauen, was sicher auch integrativ gemacht werden kann. Des Weiteren wollen wir abschließend ein Volleyballnetz spannen und Bälle besorgen.Aufklärung
- gestartet - Der Mangel an Aufklärung hier in Kenia ist z. T. sehr erschreckend, Themen wie Sexualkontakt und entsprechend verknüpfte Themen (Schwangerschaft, HIV/AIDS usw.) werden sehr häufig gesellschaftlich tabuisiert. Aufklärungsunterricht war bis vor einigen Jahren noch bei Strafe verboten, dementsprechend herrscht ein allgemeine Prüderie. Da man aber nach unseren Erkenntnissen keineswegs behaupten kann, dass sich die Jugend ebenfalls so zurückhaltend verhält, wie das mit der Diskussion ist, ist es ein Muss, dass bei der Aufklärung angesetzt wird.Mittwoch nachmittags gibt es an unserer Schule regelmäßig Guidence & Counselling (Leiten & Beraten), d. h. theoretisch Diskussion über solche Themen. Da dies faktisch aber nie stattfand, haben wir die Sache in die Hand genommen und begonnen, Aufklärungsunterricht zu geben. Trotz diversem Widerstand seitens der Lehrerschaft. Hier ein Blogeintrag über einen HIV-Talk in der siebten Klasse.
Schulgebäude/-gelände
- in Planung - Die Schulgebäude mitsamt dem Schulgelände sind in sehr marodem Zustand und bedürfen dringend einigen Aus- bzw. Verbesserungen. Die Wellblechdächer sind größtenteils durchgerostet, die Fenster sind nur noch Rahmen ohne Scheiben, die Türen sind nicht schließbar, also praktisch nutzlos usw.Der Schulhof ist voller Steine, uneben und mit herausragenden Wurzeln übersäht, hier und dort trifft man eine Kuh, da diese frei herumlaufen und auch überall ihr Geschäft verteilen. Die Sitzmöglichkeiten auf dem Schulhof sind morsch und ausbesserungsbedürftig. Die Klassenzimmer sind dunkel, wegen nicht vorhandener Elektrizität, mehr als einige Schulbänke pro Zimmer ist nicht vorhanden. Bei solchen Anliegen lassen sich prima die Kids integrieren, für eine bessere und schönere Schule. Detailliertere Informationen zu den Mängeln gibt es in diesem Blogeintrag.
Schielender Duncan
- gestartet - Duncan ist einer meiner Schüler in der achten Klasse und schielt sehr ausgeprägt. Dies beeinträchtigt ihn in seiner Koordination, wenn es gilt zu laufen, Arbeiten zu verrichten etc. Außerdem hat er deswegen enorme Leseprobleme und ständige Kopfschmerzen. Mittlerweile waren wir schon bei einem Optiker, einem Augenarzt und in der städtischen Klinik, selbst in Nairobi waren wir schon, in einer gesonderten Augenklinik. Nun haben wir nach einem zweiten Besuch in der Augenklinik einen Termin für den 28. April, an dem Duncan operiert wird. Die Kosten werden sich auf 150€ belaufen. Einen ausführlichen Blogeintrag über Duncan gibt es schon, außerdem über einen Besuch bei Duncans Familie und fortführende Planungen.Schläge an der Schule
- gestartet - Was uns doch sehr viel beschäftigt, ist der Umstand, dass an der Schule sehr häufig der Stock benutzt wird, um Schüler selbst für kleine Vergehen zu bestrafen. Unser Anliegen ist es, durch Diskussion mit den Lehrern das Schlagen zu reduzieren oder eventuell ganz zum Erliegen zu bringen. Die Ansicht darüber, dass afrikanische Kinder anders sind und Schläge brauchen ist in dieser Kultur allerdings tief verwurzelt, obwohl selbst die Regierung das Schlagen verboten hat. Dies ändert an den Zuständen an den Schulen allerdings recht wenig. Mittels Austausch von Ansichten über dieses Thema, z. B. im Kolloquium, möchten wir eine Änderung bewirken.


