Kenia-Blog

25. Dezember 2009

Bisweilen verzogen - 2nd time

Man hat die letzten Tage wenig von mir gehört, jetzt werde ich auch noch über Silvester nach Mombasa an die Küste verschwinden. Am 4. Januar bin ich wieder da, pünktlich wenn die Schule wieder losgeht.

Ich wünsche allen eine schöne Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr, eventuell ist es ja möglich, zwischendurch aus Mombasa das ein oder andere zu berichten.

Liebe Grüße, Simon Sebastian

23. Dezember 2009

Heiße Weihnachten

Auch an Kenia ist die Zeit der christlichen Missionare nicht spurlos vorbeigegangen, hier wird kräftig Weihnachten gefeiert. Geschenke gibt es zwar nicht, dafür aber die ganze Woche lang üppiges Essen, soviele Sodas (Softdrinks) wie man möchte und einen Weihnachtsbaum. Das ist zwar dieses Jahr ein Laubbaum, aber das stört ja nicht. Vorhin haben wir ihn gefällt, jetzt steht er vor unserem Wohnzimmer und wird dank bunter Dekoration vor den anderen Bäumen protzen können.

Dieses Jahr gibt es keinen Schnee und keine Kälte, dafür macht das Feiern hier trotzdem viel Spaß. Ich wünsche allen eine schöne Zeit und wer etwas Kleingeld hat, der möge doch bitte ein Päckchen mit Schnee runterschicken. Dankeschön!

Grüße, Simon Sebastian

Mit Duncan in Nairobi

Leider hatte ich es nicht mehr geschafft, meine Abwesenheit anzumelden, hier kommt nun die Erklärung: Ich war zusammen mit Duncan in Nairobi, um mit ihm ins Kikuyu Hospital zu fahren, eine Klinik extra für Angelegenheiten die Augen betreffend. Da die Klinik Sonntag geschlossen hatte, haben wir uns die Zeit etwas mit Sightseeing vertrieben, wir waren auf dem Conference Building, einer der höchsten Türme Nairobis, was unter Anderem Duncans erste Aufzugfahrt beinhaltete.
Geschlafen haben wir bei unserem Koordinator David Monari, der auch sonst unsere Anlaufstelle in Nairobi ist.

Als wir Montag morgen in die Klinik gefahren sind, war das erst einmal eine sehr anstrengende Warterei, nach diversen Zwischenstationen und 5 Stunden Warten, waren wir beim Chefarzt angelangt. Dann kam erstmal eine Enttäuschung. Uns wurde direkt ein Termin für den 12 März gegeben, auf Nachfrage, was denn an diesem Tag gemacht werde, sagte man uns, Duncan werde in die Schiel-Sektion kommen und dort behandelt, was für eine Behandlung das sein würde, könne man jetzt nicht sagen.
Frustriert mussten wir dann noch über eine Stunde auf das Taxi warten, zwei Stunden auf das Matatu warten und landeten entnervt nach einer sechsstündigen Matatufahrt ohne einen geringsten Stopp wieder in Kisii.

The story continues in March 2010…

17. Dezember 2009

Dual-SIM Handy

Eine wirklich clevere Erfindung kann man hier in Kenia an jeder Straßenecke kaufen: Das Dual-SIM Handy. Meistens Fälschungen aus China, sind diese Handys recht billig und haben wie der Name schon sagt zwei SIM-Kartenslots. Auch ich konnte davor nicht halt machen, zumal sich die beiden größten Mobilfunkanbieter hier eine Preisschlacht liefern, wovon der Konsument profitiert, insbesondere, wenn er über beide SIM-Karten verfügt.
Für umgerechnet 45 € habe ich mir ein gefälschtes Nokia E66i gegönnt. Es hat unnötigerweise einen Touchscreen, obwohl sich alles per Navigationstasten bedienen lässt. Dazu kommt eine ganz annehmbare Software, eine starke Taschenlampe und der Knaller: Eine 8 Megapixel-Kamera (tatsächlich hat sie 2 MP, aber acht klingen schließlich besser).
Interessant sind die Zusatzoptionen. Man kann die SIM-Karten über die Software einzeln an- und ausschalten, außerdem lassen sich Nummern auf eine Blacklist setzen, diese erhalten ein Besetztzeichen, wenn sie anrufen.
Abstriche sind beim Display zu machen, das Plastik ist so elastisch, dass man es bequem eindrücken kann (es entstehen dabei jedoch keine Mängel). Es gibt auch kein T9, dafür kann man arabisch, kyrillisch und noch vieles mehr schreiben, wenn man denn möchte.

Mein Fazit: Es lohnt sich bei starken Preisdifferenzen der Mobilfunkanbieter auf jeden Fall, sich ein Dual-SIM Handy zu besorgen, besonders bei dem Preis. Für emsige SMS-Schreiber wird das Handy keine große Freude sein, weil es doch etwas länger dauert, ohne T9 (dafür kann man auf den Touchscreen-Stift zurückgreifen und auf der Minitastatur auf dem Display tippen).

15. Dezember 2009

Kenianische Hochzeit - Zeitmanagement gleich Null

Über's Wochenende hatte ich das Vergnügen, mir einmal ansehen zu können, wie die Kenianer denn so ihren Ehebund schließen. Der Sohn meiner Lehrerkollegin hat die Richtige gefunden, und obwohl ich beide nicht kannte, war ich herzlich eingeladen. Das Ganze sollte in einer 2 Stunden entfernten Stadt stattfinden, deswegen standen wir schon morgens um 7 am College, auf unsere Mitfahrgelegenheit wartend. Los fuhren wir dann schon um halb 9, nur lockere 1½ Stunden warten. Angekommen um 11 Uhr, zur rechten Zeit, schien alles noch sehr leer zu sein. Die Hochzeit sollte unüblicherweise nicht in der Kirche, sondern in einem gemieteten Gebäude um einen Pool herum stattfinden.
Geschlagene 3 Stunden später, also um 14 Uhr fing die Feier dann an. Da man spät dran war, musste das Programm flott durchgezogen werden. Nach einem Lied und einem Gebet kam die zeremonielle Gesellschaft, Junggesellen, Brautjungfern, Verwandte etc. mit der Braut und dem Bräutigam im Schlepptau.
Die Schwüre wurden schnell aufgesagt und die beiden waren verheiratet, wovon wir leider nicht viel sehen konnten, da zehn Hobbyfotografen einen permanenten Ring um das Paar gemacht hat. Klasse.
Anschließend gab's noch etwas zu essen, wenn auch nicht viel, dann wurden schnell die Geschenke überreicht und die Gäste haben sich wieder auf die Socken nach Hause gemacht.

Es ist schade, dass die Kenianer selbst unter ihrem Zeitmanagement leiden müssen, das hätte alles viel schöner und besser klappen können, aber vielleicht lernt man ja aus solchen Erfahrungen.

14. Dezember 2009

Panorama auf der Spitze des Berges

Verdammt!

12. Dezember 2009

Mawsi bringt sich fast um

Meine 14-jährige Gastschwester Mawsi hat gestern mit dem Erdungskabel des Strommastes gespielt und hat es wohl irgendwie hinbekommen, dass das Kabel direkt an das Hauptstromkabel gekommen ist, jedenfalls gab es einen großen Knall, Funken und eine sehr heftig geschockte Mawsi. Die lag erstmal eine ganze Weile flach, hat den Stromschock aber glücklicherweise überlebt.
Jedenfalls ist dadurch der Strom ausgefallen und es muss erst wieder etwas repariert werden, damit das gesamte Gelände wieder unter Strom steht. Es gibt zwar einen "Emergencyservice", der arbeitet am Samstag aber nicht und Sonntag vermutlich auch nicht.
Momentan schreibe ich noch mit meinem Restakku, es könnte aber sein, dass sich meine Blogaktivität für die nächsten drei bis vier Tage einschränkt.

Gruß ans kalte Deutschland
Euer Simon Sebastian

11. Dezember 2009

Mein Projekt im Markgräfler Bürgerblatt

Nachdem ich dem Markgräfler Bürgerblatt, der Regionalzeitung im Markgräfler Land, geschrieben hatte, ob man nicht einen Artikel über mein Projekt veröffentlichen wolle, willigten diese freundlicherweise ein und prompt erschien ein Artikel in der Ausgabe vom 10. Dezember. Der Artikel lässt sich auf der Website des Markgräfler Bürgerblattes nachlesen.

Vielen Dank an das Markgräfler Bürgerblatt! Im selben Zuge möchte ich mich noch sehr herzlich für die Spenden bedanken, die ich bisher bekommen habe! Da hier gerade noch Sommerferien sind, lassen sich die Spenden nicht sofort umsetzen, doch der Bedarf an Unterstützung ist auch nach den Ferien ungebrochen.
Übrigens habe ich heute noch einen weiteren Menüpunkt geschrieben, eine ausführliche Projektübersicht.

10. Dezember 2009

Gigantische Moschee in Kampala

Während unseres Sightseeings waren wir u. A. in Kampalas größter Moschee, die gut situiert auf einem Berg über den Großteil Kampalas blickt. Sie fasst 7000 Männer und 3000 Frauen, die Geschlechterdifferenz, weil nicht gemeinsam gebetet wird und Männer eher beten gehen.
Auch unsere weiblichen Begleitungen mussten sich verschleiern und bevor die Moschee betreten wurde, hatten alle ihre Schuhe auszuziehen.
Nunja, den besten Eindruck bekommt man von den Fotos.



Luxus unter Weltwärtslern

Hier sieht man einige Fotos vom Gelände des Ssebo Green Guesthouse, ein sehr großes Gelände, auf dem momentan acht Weltwärtsler in Einzelzimmern wohnen. Neben einem Pool und riesigen Rasenflächen gibt es einen Fitnessraum und eine Bar bzw. Restaurant. Na wenn das mal nicht das einfache Leben auf unterdurchschnittlichem Lebensstandard ist, das wir uns alle vorgestellt hatten, als wir auf nach Afrika sind.

Direkt neben dem Guesthouse fängt übrigens der Slum an, in dem alle Leute in schmutzigen Wellblechhütten leben. Die Schere zwischen arm und reich ist speziell in Kampala gigantisch.

Wieder da - Kampala, Arbeitsmoral, Verbrechen

So, ich bin wieder gut in Kisii angekommen, diesmal auch ohne irgendwelche Probleme an der Grenze, so ein Glück!
Kampala war an sich eine sehr schöne Zeit, es eignet sich aber meiner Meinung nach eher zum Urlaub machen, anstatt so viele Freiwillige zum Arbeiten dorthin zu schicken (über 15 sind in Kampala stationiert). Das ist doch Geldverschwendung, wenn manche die Freiwilligen nur vier Stunden in der Woche arbeiten und niemand ist dort, um das auf irgendeine Art zu kontrollieren. Wenn so viele Weltwärtsler auf einem Haufen in einer Großstadt sind, muss man doch erwarten, dass diejenigen sich gegenseitig alles andere als motivieren, meist wird Party gemacht oder gechillt.

Wie beschrieben, wollte ich noch auf die Gefahren in Kampala zurückkommen, diese stelle ich anhand von Erlebnissen der Freiwilligen dar: Die allgegenwärtige Gefahr besteht darin, ausgeraubt zu werden, wie es sechs VIA-Weltwärtslern passiert ist. Zwei haben auch noch einen Schlag auf den Kopf bzw. ins Gesicht kassiert, ein Fall musste genäht werden. Oft sind es die Motorradtaxen, die sich untereinander absprechen und während der Fahrt anhalten, plötzlich ist noch ein zweiter oder dritter Fahrer anwesend und dann muss alles herausgegeben werden, was man so bei sich trägt.
Taschendiebe gibt es sowieso, aber das ist kaum erwähnenswert, da es diese in jeder großen Stadt gibt.
Dann gibt es auch noch Fälle wie Matatu- oder Motorradtaxiunfälle, diese sind in Kampala an der Tagesordnung und enden meist tödlich oder mit sehr üblen Verletzungen. Das Schlimmste dabei ist, dass sich die anderen Bürger keinen Deut darum kümmern, falls der Verletzte kein Geld für ein Taxi hat, wird er auch nicht ins Krankenhaus gebracht.
Eine sehr krasse Geschichte wurde mir auch erzählt, während eine Freiwillige auf einem Motorradtaxi saß, wurde dem Fahrer in den Hals geschossen, worauf beide hingeknallt sind und der Fahrer in den Armen der Freiwilligen gestorben ist. Der Schütze wurde daraufhin wahrscheinlich gelyncht, da kann man aber nur spekulieren.
Ich bin gänzlich unbeschadet aus Kampala zurückgekommen.

Sonst gibt es nicht so viel zu erzählen, selbstverständlich habe ich etwas Urlaubsprogramm gemacht, Sightseeing, ich war auf einem Konzert von Beenieman, habe mich über europäisches Essen gefreut und ein Projekt besucht.

1. Dezember 2009

Kampala

So, mittlerweile bin ich in Kampala angekommen und schreibe aus einem Internetcafe. Die Reise lief ganz gut, bis auf einen Zwischenfall an der Grenze, als die kenianische Polizei mich erstmal verhaften wollte, weil ich angeblich schon illegal im Land sei, da ich zwar ein 3-monatig gueltiges Visum habe, der Stempel aber nur einen Monat gueltig sei. Das war ganz klar eine Abzocke, da ich aber etwas nervoes war in dieser Situation, habe ich nach einem hin- und her 50$ gezahlt, um gehen zu koennen. Ich hoffe ich kann nach Kampala wieder gut zurueck, denn laut Aussage der Grenzposten ist mein Visum ja nicht mehr gueltig und dummerweise muss ich ueber den gleichen Grenzposten zurueck nach Kenia.
Nunja, Kampala an sich ist sehr voll, ueberall gibt es alles zu kaufen, angeblich ist es auch in letzter Zeit gefaehrlich geworden, sodass wir nicht mehr Motorradtaxi fahren koennen. Mehr zu diesen Geschichten gibt es, nachdem ich wieder zurueck bin, sonst macht man sich vielleicht noch Sorgen.
Ein weiterer Punkt ist der Luxus in dem die Freiwilligen hier leben, die Arbeitszeit beschraenkt sich auf ein Minimum, dafuer maximiert sich die Zeit zum Party machen.
Aber auch dazu mehr, wenn ich wieder zurueck bin.

Liebe Gruesse ans kalte Deutschland und den Rest der Welt
Simon Sebastian
 
Besucher seit 08.Nov.09 Bluecounter Website Statistics Bluecounter Website Statistics Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Africa Blogs - BlogCatalog Blog Directory