In der letzten Ferienwoche war's soweit: Duncan und ich sind gemeinsam zum finalen Schritt der Augenkorrektur nach Nairobi gereist - der Augenoperation.Duncan war ganz gut gelaunt, ich eigentlich auch, nur das ich die Befürchtung hatte, dass die Kosten der ganzen Geschichte doch den mir nur mündlich zugesicherten Preis (etwa 150 €) übersteigen würden. Das kommt hier z. B. bei Handwerkern sehr häufig vor, was dann öfter zu einem belasteten Abschluss eines Auftrags führt.
Unser Termin war erst am nächsten Tag, also fuhren wir zu David Monari (unser Koordinator in Nairobi) und verbrachten dort den Rest des Tages.
Am nächsten Tag, vormittags, fuhren wir zur Klinik und kamen ungewöhnlich schnell an die Reihe. Die gleichen Tests, die auch schon beim letzten Termin gemacht wurden, wurden erneut vorgenommen und ich wurde zur Kasse gebeten. Überraschenderweise war es sogar weniger. Für zwei Übernachtungen und OP wurden mir gerade mal 95 € berechnet. Wer hätte das gedacht? Duncan hatte schon diesen Tag in der Klinik zu bleiben, obwohl die OP erst am darauffolgenden Tag stattfinden sollte. Ich versorgte den zu dem Zeitpunkt noch gut gelaunten Duncan mit etwas Soda und Keksen, dann bat man mich zu gehen, da es strikte Besuchszeiten gibt.
Duncan schien sich dort mit so ziemlich allen ebenfalls stationierten Patienten zu unterhalten, zumindest konnte er mir über die meisten im Nachhinein etwas erzählen. Am nächsten Tag besuchte ich ihn nochmals zu (unmenschlichen) Besuchszeiten, von 6 bis 7 Uhr morgens und wir vereinbarten, dass er mich anriefe, sobald er erführe, wann er an die Reihe käme, da man uns vorher keine Uhrzeit sagen konnte. Am frühen Nachmittag erfuhr ich dann von seiner Mutter, dass er schon unter dem Messer liege. Ich fuhr mit Aggrey, David Monaris Neffen in die Klinik, wo wir den eben aufgewachten Duncan antrafen. Seine Augen waren am bluten und er bekam sie nur zu 1mm-Schlitzen auf, sodass man nichts von der Veränderung sehen konnte. Er war auch noch völlig benommen, sodass es gut war, Aggrey dabei zu haben, da er nur Kikisii sprach (die Sprache der Kisiis). Aggrey meinte später, er hätte trotzdem nur die Hälfte verstanden, da der Rest Unsinn gewesen sei. Wir ließen ihn wieder allein, sodass er schlafen konnte.Am nächsten Morgen war er schon soweit, die Klinik zu verlassen. Die Augen waren zwar noch lichtempfindlich und knallrot, aber er konnte sie benutzen. Und das beste: Kein Schielen mehr! Auf den Fotos ist das auch zu erkennen, leider sind sie diesmal qualitativ auf sehr viel schlechterem Niveau als gewohnt, da ich meine Kamera vergessen hatte und die Bilder mit dem Handy machen musste. Ich brachte Duncan zu David, wo er alsbald wieder ins Bett ging, immer noch ziemlich schwach. Am nächsten Tag besorgte ich ihm eine Sonnenbrille und wir fuhren zurück nach Kisii, wo seine Eltern schon auf ihn warteten und sich auf uns freuten.
Nächste Woche ist noch mal ein Kontrolltermin fällig, jedoch werde ich ihn dort alleine hinschicken, da ich meine Arbeit nicht so vernachlässigen kann. Er wird dann jedoch von Aggrey und David betreut, sollte also keine Probleme haben. Mittlerweile geht es ihm auch wieder ganz gut, die Augen sind zwar noch etwas rot, aber er konnte wieder in den Schulalltag zurückkehren.Durch die vielen Fahrten nach Nairobi und Übernachtungs-/Essenskosten ist schon ein stolzer Betrag für die gesamte Aktion zusammengekommen. Ich möchte mich herzlich bei meinen Unterstützern in Deutschland bedanken, auch im Namen Duncans, der nun eindeutig besser koordinieren kann (Veränderungen diesbezüglich ließen sich schon sofort nach seiner Entlassung bemerken) und sein Leben unbeschwerter leben kann.



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